Filomaniac

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16. Juni 2011

Filo als Zeitkapsel

Etwas, dass ich am Filofax besonders liebe - und ich vermute, Ihr auch -, ist die Flexibilität: die Möglichkeit, jederzeit Seiten herausnehmen, einlegen oder ihre Reihenfolge ändern zu können; ein einzelnes Blatt aus dem Adressverzeichnis neu zu schreiben, wenn die Korrekturen überhandnehmen; am Ende des Jahres das Kalendarium durch ein aktuelles zu ersetzen - und den Rest (Adressen, Infos usw.) weiterzuverwenden. Und wer mitten im Jahr umzieht, den Arbeitsplatz wechselt oder sonst eine größere Veränderung vornimmt, kann jederzeit z. B. ein anderes Kalendarium (mit mehr Platz für Termine) oder ein neues Adressverzeichnis einlegen.

Man entnimmt einfach die überflüssigen Seiten, - das "alte" Kalendarium, erledigte Projekte und Notizen, Listen - die man dann archivieren kann oder auch wegwerfen. Alles, was relevant ist, bleibt im Filo.

Was man beim Filofax allerdings nicht hat: einen (gebundenen) Kalender, den man nach Ablauf des Jahres ins Regal stellen (oder in eine Kiste packen) kann, um später darin zu blättern - oder ihn für die Kinder bzw. Enkel aufzuheben.

Habt Ihr jemals in einem alten Kalender geblättert und in Erinnerungen geschwelgt? Der komplett verregnete Urlaub (der trotzdem irgendwie lustig war)... das Ticket des Konzertes, auf das man sich so lange gefreut hatte... das Rendezvous, das eine große Pleite war - oder aber der Beginn einer großen Liebe? Adressen von Menschen, die man (vielleicht) längst aus den Augen verloren hat... Fotos von besonderen Momenten. Projekte, Ziele, Pläne. Listen von Dingen, die einem einmal wichtig waren. Ein Kalender ist immer auch eine Zeitkapsel.

Laurie hat sich (auf Philofaxy) ebenfalls mit diesem Problem beschäftigt:
"[...] A bound-book planner doesn't have that problem; everything that's in it stays in it. I was thinking about how I could re-create that with my Filofax. How could I keep all the little newspaper clippings I tuck into the pockets, keep my diary and notes pages intact and in order, and archive all my contacts for that year in a way that I can find everything again? I want to preserve my entire year encapsulated within my Filofax.
Then it occurred to me: the perfect way to do this is to treat my Filofax like a bound book. Everything that goes into it STAYS in it. Then at the end of the year, the entire book goes on the shelf."
Klingt erst mal verrückt - und teuer.

Wenn man aber mal darüber nachdenkt: der preiswerteste Filo, der Domino, kostet (in Personal) 33 Euro - inclusive eines Woche auf zwei Seiten-Kalendariums (11,90 Euro), zweier Register (je 6,90 Euro), Adresseinlagen (20 Blatt 3,50 Euro), eines Lineals (3,50 Euro), einer Klarsichthülle (2,90 Euro) und einiger Blätter ToDo-Listen, Notizpapier usw. Allein die Einlagen würden also einzeln über 35 Euro kosten. Zum Vergleich: der von Filofax angebotene Archivordner kostet 10,90 Euro - und hat den Nachteil, dass man weder gescheit darin blättern kann noch einzelne Seiten aufschlagen oder entnehmen.
Zudem erscheint der Domino jedes Jahr in hübschen neuen Farben, so dass man tatsächlich daran denken könnte, ihn komplett zu archivieren - was, nebenbei bemerkt, auch eine super Ausrede ist, einen neuen Filo zu kaufen... (Als ob wir eine Ausrede bräuchten!)

Natürlich muss es nicht der Domino sein - jeder Filo, der aktuell nicht benutzt wird, lässt sich zum Archiv umfunktionieren. Und wer plötzlich Lust verspürt, ihn (wieder) zum Alltags-Filo zu machen, tauscht einfach die Einlagen aus...

Der Nachteil an der Sache ist natürlich, dass alle anderen Informationen (z. B. Adressen) dann - wie bei einem gebundenenen Kalender - jedes Jahr abgeschrieben werden müssen. Allerdings haben viele Listen, ToDos, Projekte usw. ja tatsächlich ein "Verfallsdatum". Die Adressen verwalten viele von uns ohnehin im Smartphone/PC und haben im Filo nur eine Liste relevanter "Notfall"-Nummern für unterwegs. Ich selbst habe im Frühjahr für meine Adressen einen separaten Adress-Filo angelegt; in meinem "Alltags-Filo" habe ich jeweils nur die Adressen, die ich aktuell brauche - die Stadt, in der ich lebe bzw., auf Reisen, die jeweiligen Adressen der Städte, die ich besuche.

Was denkt Ihr darüber?
Archiviert Ihr Eure Filos komplett - oder nehmt Ihr nur das Kalendarium etc. heraus? Und wenn ja: werft Ihr die Seiten weg oder hebt Ihr sie auf?

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