Filomaniac

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19. Juli 2011

Die Vor- und Nachteile des Filofax-Prinzips

Ich benutze seit 1998 ausschließlich Ringbuch-Systeme - die Vorteile des Filofax-Prinzips gegenüber gebundenen Kalendern (z. b. den allseits beliebten Moleskines) liegen auf der Hand:

Individualität: aus der riesigen Auswahl an Ringbüchern, Kalendarien, Einlagen und Zubehör kann sich jeder genau das zusammenstellen, was er braucht - dank des Internets inzwischen auch aus dem Sortiment anderer Länder (z. B. Filofax UK)

Flexibilität: die Auswahl und Reihenfolge der Einlagen lässt sich beliebig ändern: wer feststellt, dass das Kalendarium doch nicht optimal ist, wählt ein anderes; ist das Notizpapier aufgebraucht, tauscht man die Blätter aus - selbst eigene Vorlagen lassen sich mühelos integrieren

Verfügbarkeit: während die herkömmlichen, gebundenen Kalender in der Regel von Spätsommer bis Januar angeboten werden, lassen sich Filofax-Ringbücher und Einlagen das ganze Jahr über nachkaufen.

Brieftasche: Ich weiß, es gibt mittlerweile immer mehr Kalender und Notizbücher mit einer sog. Froschtasche für lose Zettel - aber ein Ringbuch bietet doch deutlich mehr Möglichkeiten, Zettel, Fotos, Belege, Briefmarken und ein bis zwei Stifte (!) unterzubringen; ersetzt gegebenenfalls sogar die Geldbörse.

Permanenz: nach Ablauf eines Jahres muss nur das Kalendarium ausgetauscht werden; alle anderen Informationen (Adressen, Projekte, Listen usw.) bleiben erhalten und müssen nicht in einen neuen Kalender übertragen werden

Ordnung: dank des Registers (wahlweise auch nummeriert oder zum Selbstbeschriften) lassen sich Informationen beliebig (um-)sortieren und ergänzen, was das Wiederfinden deutlich erleichtert.

Aber: Wo Licht ist, da ist auch Schatten.
Hat ein Ringbuch-System verglichen mit einem gebundenen Kalender auch Nachteile?

Archivierung: ein Moleskine (oder einen anderen gebundenen Kalender) stellt man nach Ablauf des Jahres ins Regal - er wird quasi zur Zeitkapsel. Oder, wie Laurie es auf Plannerisms so schön beschreibt:
"A bound book encapsulates that one year. It begins at the beginning of the year (either calendar or academic, however your year runs) and ends at the end of the year. Then that one year is permanently archived in those pages. Often I have little notes written on the daily or weekly pages, cards and papers taped in, with addresses and phone numbers of people I contacted frequently written in the back pages. It's my year, self-contained, for all of history."
Man kann noch nach Jahren darin blättern und sich der alten Zeiten erinnern. Aus dem Filofax dagegen entnimmt man am Jahresende das Kalendarium, vielleicht ein paar veraltete Notizen und archiviert sie irgendwo - der Rest bleibt im Filo und wird weiter genutzt.

Preis: nicht zu unterschätzen - für den Preis eines Wochenkalendariums (z. B. in Personal ca. 12 Euro) bekommt man schon einen gebundenen Kalender.

Handlichkeit: ein gebundener Kalender, selbst ein Tageskalender im A6-Format ist deutlich kleiner und leichter als ein Filo und lässt sich bequem in eine Jackentasche oder ähnliches stecken. Viele Nutzer haben auch Probleme mit der Ringmechanik, die ihnen beim Schreiben "im Weg" ist.

Einfachheit: der Mangel an Wahlmöglichkeiten, was Kalendarien, Formulare, Register usw. betrifft, kann auch verwirrend sein - wenn man nicht aufhören kann, darüber zu grübeln, ob ein anderes Kalendarium/eine andere Reihenfolge des Registers usw. nicht doch besser funktionieren würde...

1 Kommentar:

  1. Danke für diesen tollen Artikel! Ja, es stimmt, ein Ringbuch hat nicht nur Vorteile einem Buch gegenüber.

    Insbesondere die Archivierung sehe ich etwas zwiespältig. Zwar archiviere ich meine Kalender - inklusive aller Post-is - in einem Archivordner, aber Notizen, die an anderer Stelle gemacht worden, landen dort eher nicht.

    Ich blättere sehr gerne durch die alten Kalendarien. Besonders die kleinen 'Randnotizen' sind immer wieder eine Erbauung. Da wäre es schön, wenn man die anderen Notizen auch an der passenden Stelle hätte...

    Insgesamt überwiegen für mich aber die Vorteile der Ringbücher. Und daher werde ich meinem Filofax auch treu bleiben ;-)

    Viele Grüße,
    Thomas

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