Filomaniac

Das deutsche Blog für alle Filofax-Fans. - The German blog for all Filofax fans.

Please feel free to comment in English as well!

7. Oktober 2011

Leserreview (8): Kendal A5

Wisst Ihr noch, was ich neulich geschrieben habe - über Twitter, und wieviele Filofax-Nutzer ich dort "kennenlerne"? Einer von ihnen ist @rraggl; und als ich las, dass er stolzer Besitzer einen nagelneuen Kendal  in A5 ist, habe ich ihn natürlich direkt gefragt, ob er nicht Lust hätte, einen Bericht darüber zu schreiben. Das hat er freundlicherweise auch getan - aber lest selbst:

--------------------------
@filomaniac hatte mich über Twitter gebeten, einen Gast-Post zu verfassen über meine neueste Anschaffung, einen Kendal A5.   

Doch vielleicht sollte ich mich zuerstmal vorstellen. Rene Raggl, seines Zeichens gebürtiger Tiroler, den es der Arbeit wegen in die Niederlande gezogen hat. Nach zwei Wechseln bin ich nun als Account Manager im Export für Spezialprojekte bei einem der größten Glashersteller der Welt tätig. Alles Weitere über mich und mein Leben hier findet ihr auf meinem Blog. Ich schreibe auch gelegentlich über Produktivität und Lifehacking.   

Nun zu meinem Filofax: ich benutze Papierplaner eigentlich bereits seit ich zwölf Jahre alt war. Das waren diese Planer, die man für 24,- Schilling beim Hofer (Aldi) kaufen konnte. Man kaufte also keine Füllungen nach, sondern jedes Jahre einen ganz neuen Planer. Nach dem Jahr war der Planer meist ohnehin nicht mehr zu gebrauchen. Ein erster Grundstein war gelegt.   

Von 1996 bis 2009 versuchte ich, mein Leben mit verschiedenen elektronischen Hilfsmitteln zu organisieren. Vom Apple Newton bis zum Blackberry. Aber diese Geräte lenkten mehr ab, als das sie mir das bieten konnten, was ich suchte: Fokus auf die anstehenden Termine und Aufgaben. Apps, e-Mails und Pings lenkten meine Aufmerksamkeit vom wesentlichen ab. Der notwendigen Planung.   

So legte ich mir schließlich doch wieder einen Papierplaner zu: ein Succes Hunter im Format Senior (etwas kleiner als das Personal-Format von Filofax) und er war mir bis vor einem Monat ein treuer Weggefährte, ich werde ihn auch nie mehr weggeben. 
Aber mein neuer Job verlangte nach einem Planer der mehr Platz bietet und der es erlaubt, einfach A4-Ausdrucke einzuheften. Also kam ich schnell auf das A5-Format und beim shoppen im Netz hatte es mir der Kendal von Filofax angetan mit seiner hochwertigen Verarbeitung. Aber den verlangten Preis von 160,- Euro empfand ich als zu hoch, also habe ich meinen Traumfilo kurzerhand in England bestellt, wo er für ca. 100,- Euro zu bekommen war. Das Paket war nach etwas mehr als einer Woche angekommen und ich war hocherfreut: die Qualität und Verarbeitung (und der Geruch) waren noch weitaus besser als erwartet!  

Schnell war der Kendal eingerichtet, nur die Qualität des Papiers von Filofax passte mir nicht wirklich. Also kurzerhand Einlagen von Succes gekauft, die meiner Meinung nach weitaus besser sind. Auch gefällt mir der persönliche Zug, den die Zitate geben, die auf jeder Seite unten abgedruckt sind. Persönlich am besten gefallen mir die cremefarbenen Einlagen - welche auch viel besser zur Wertigkeit des Kendals passen, welche aber leider für 2011 nicht mehr erhältlich waren.   

Die Einteilung sieht nun vorläufig (noch nicht alle bestellten Einlagen wurden geliefert) wie folgt aus: Zuerst der Tageskalender (Tag / Seite), danach die Monatsplanung, die Aufgaben / Notizen, Info-Sektion mit Geburtstagen und diversen Karten von Städten in denen ich oft bin, Adressregister mit Telefonnachrichtenzetteln für meine Kollegen und der Firmentelefonliste und anschließend (noch) unbeschriftete Registereinlagen, in denen ich technische Informationen, Preis- und Tariflisten, Lieferzeiten, sowie verschiedenen anderen Informationen, die ich für meine Arbeit benötige. Dahinter liegen noch Kunststoffeinschieber für Visitenkarten, sowie eine Kunststoff-Zipptasche für diversen Kleinkram. In der Einstecktasche hinten steckt der Abreißblock von Filofax, der sehr praktisch ist. In der hintersten Tasche steckt ein Farbfächer, den ich in meiner Arbeit immer wieder mal benötige.   

Wozu gebrauche ich also meinen Filo? Neben der üblichen Termin- und Aufgabenplanung, natürlich auch für die Notizen bei Besprechungen. Er ist auch mein tägliches Referenzbuch bei Telefongesprächen mit Kunden, die nach Preisen oder anderen Informationen fragen. Ich möchte ihn einfach nicht mehr missen.   
Als Schreibgeräte kommen ein Parker Multipen 4-1 und eine Pelikanfüllfeder aus meiner Schulzeit zum Einsatz. Obwohl ich mir doch am überlegen bin, letztere durch etwas hochwertigeres zu ersetzen.   

Im Allgemeinen muss ich sagen, dass ich bei Besprechungen fast genauso oft Fragen zu meinem Filo bekomme, wie das auch bei meinem iPad der Fall war. Auch sehe ich Papierplaner im Geschäftsleben immer häufiger, Succes, Filofax, Time/System und X47. Entweder ist das eine Mode-Erscheinung oder die Menschen begreifen langsam tatsächlich, dass digital nicht immer auch besser bedeutet. Auch hat es meiner Meinung nach wesentlich mehr Stil, einen solchen Planer auf den Besprechungstisch zu legen, als ein Handy - egal welches.   
Analog ist wieder in und das ist gut so. Ich versuche selbst mein Leben gezielt zu ent-digitalisieren, wo dies auch Sinn macht. Das fängt an beim Filofax und geht über die Rasur mit dem altmodischen Barthobel und Pinsel - die aber weitaus weniger Irritationen hinterlassen und zur Cafétiere, deren Kaffee weitaus aromatischer ist als die Dolce Gusto, die ich davor hatte.   

Sicherlich kostet es manchmal etwas mehr Mühe oder Zeit, Dinge auf die altmodische Art zu machen, aber es hat zum einen etwas ungemein beruhigendes und meist wesentlich mehr Stil, als die modernen Quick-and-Dirty Lösungen. Mir ist es die Mühe wert!

-----------------------------
Vielen Dank, lieber Rene, für diesen ausführlichen und interessanten Bericht! Ich glaube, Du sprichst vielen Lesern damit aus der Seele.

Wenn Ihr auch einmal einen Gastartikel posten wollt, schickt mir einfach eine Mail an iris30606 at yahhoo dot de.

Kommentare:

  1. Schön diesen Erfahrungsbericht von Rene zu lesen. Als Nutzer von PC und Zeitplanung seit Mitte der 80er kann man die Höhen und Tiefen die die digitale Revolution mitbrachte nachvollziehen.

    Nichts geht eben über eine Planung auf Papier oder in einem Meeting schnell Notizen zu machen und den Gesprächen trotzdem zu folgen, anstatt mit dem technischen Spielzeugen sich ablenken zu lassen.

    Technik kann und soll unterstützen, jedoch ist ANALOG in vielen Dingen unschlagbar. Zumindestens solange es keine funktionierende Schrifterkennung gibt und davon sind IPAD & Co. auch noch sehr weit entfernt.

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Rene,

    ich muss ehrlich zugeben dass ich gerade ein bisschen neidisch bin, weil ich mein Filo leider nicht ansatzweise so arbeits-technisch nutzen kann wie du.
    Bei mir stehen lediglich die Besprechnungen im Filo, die wichtigen Termine der Chefs und eben meine alltäglichen Arbeits-Todos.
    Aber Preislisten und Telefonlisten, Telefonnotizen für die Kollegen. Ja, das macht wirklich was her!! ^^

    Du nutzt Succes Einlagen? Ist die Lochung mit Filofax A5 kompatibel? Und wenn ja, welches Format bei Succes entspricht denn "unserem" A5 ??

    AntwortenLöschen
  3. @ninjij Elfenfisch

    Das A5 Format ist von der Lochung mit vielen kompatibel. Bei Succes sollte das Executive A5 sich nennen.

    Auch sind für den professionellen Alltag die Time/System Einlagen die dazu gar nicht mal so teuer sind, gut verwendbar. Filofax hat in dieser Hinsicht nicht viel zu bieten, wenn es um Projektsteuerung etc. geht.

    AntwortenLöschen
  4. Ingo hat Recht - siehe dazu auch meinen "Test", den ich für orga-dich geschrieben habe.

    AntwortenLöschen
  5. @ Rene

    Was war eigentlich der Grund einen A5 von Filofax zu kaufen, statt einen von Succes?

    Die Einlagen nutzt du ja nach wie vor von Succes, was ich auch nachvollziehen kann.

    AntwortenLöschen
  6. Hallo zusammen!

    Sorry wegen der verspäteten Rückmeldung, aber so ein neuer Job ist doch recht stressig... wie vielleicht der ein oder andere aus eigener Erfahrung weiß.

    @Ninjij: Naja, das ist aber (zumindest bei den A5ern) ja auch gar nicht schwer. Bei unserem Drucker wähle ich dann einfach "Ausgabeformat: A5" und "als Booklet drucken" und das ganze kommt perfekt formatiert raus. Lochen und das war's auch schon.

    Die Lochung der Succes A5/Executive passt auch perfekt für den Filofax A5... kein Problem.

    @Ingo: Naja, ich war schon etwas am schwanken, ob ich nicht den (zumindest lokal) in der Anschaffung wesentlich günstigeren A5 "Hunter" von Succes nehmen soll oder den Kendal. Den Ausschlag für den Kendal hat aber dann für mich die Anordnung der Kreditkartenfächer, die Tasche hinten am Umschlag und die Einstecktasche für das Jotpad gegeben. Dieses Jotpad nehme ich zB immer mit, wenn ich in die Produktion muss und es nicht riskieren möchte, dass mein Kendal schmutzig wird. Der bleibt dann sicher und warm im Büro. ;-) Weitere Pluspunkte waren die zwei Stiftschlaufen und die schön abgearbeiteten Kontrastnähte.

    Das mit der gut durchdachten Einteilung gibt es so bei Succes leider nicht, da wird immer nur Schema F gefahren. Egal welche Größe und welches Modell, die Einteilung ist immer gleich.

    Liebe Grüße,

    Rene

    AntwortenLöschen
  7. Ein wirklich lesenswerter Beitrag !

    Und ich denke schon dass du recht hats, wenn du schreibst

    "...oder die Menschen begreifen langsam tatsächlich, dass digital nicht immer auch besser bedeutet"

    ..denn neben dem Stilfaktor wird das immer mehr zum Argument. Du hast es schön und zutreffend beschrieben, die modernen Planer im Stile eines BB/IPhone sind im Grunde Zeiträuber, denn sie lenken mit all ihren (teils völlig unnützen) "Features" vom Wesentlichen ab.

    Dazu kommt die wesentlich zeitintensiverer Bedienung (eine Notiz im Filo ist nun mal schneller gemacht als die Eingabe in einen beliebigen PDA/Smartphone) und das recht aufwendige Prozedere beim Formatwechsel von z.B. BB auf IPhone.

    Ein Filo ist verlässlich - er braucht kein Hochfahren des Systems, keine Aufladung/kein Backup - er ist schön, riecht gut, fühlt sich gut an, sit praktisch und beschränkt sich auf die eigentliche Aufgabe. Und er hat, was kein Smartphone je haben wird:

    Stil

    AntwortenLöschen