Filomaniac

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12. Juli 2012

Mein Freund ist aus Leder

Zum Geburtstag Ende Juni habe ich mir ja, wie Ihr wisst, den Kendal in Brown geschenkt, den ich Euch heute vorstellen will.

Der Kendal stand schon lange auf meiner Wunschliste - tatsächlich habe ich im Oktober 2009, als ich meinen ersten Filofax gekauft habe, auch den Kendal in Betracht gezogen; er war mir dann aber - selbst mit Glamour Shopping Week-Rabatt - doch zu teuer und ich habe mich für den Guildford entschieden. 
Im Nachhinein habe ich das immer bereut: der Guildford ist ein schönes, zeitloses Modell, keine Frage - aber  auch ein bißchen, nun ja, langweilig.

Nun traf es sich, dass mich eine Leserin, Polina, Mitte Juni per Email um Rat bat - sie suchte einen Filo für ihren Freund. Ich habe ihr verschiedene "maskuline" Modelle empfohlen, u. a. Metropol, Sketch, Dakota, und habe dann auf Filofax DK geschaut, weil ich mich erinnerte, dass es da noch Auslaufmodelle wie den Urban oder Graphic gibt. 

Tja, und da sah ich, dass Filofax DK den Kendal noch Personal anbietet, in beiden Farben (Black und Brown) - und reduziert auf 299,50 DKK, das sind etwa 40 Euro. (In Deutschland kostet er 109 Euro, wenn man ihn überhaupt noch findet.)

Das könnte die letzte Gelegenheit sein, miener Sammlung doch noch einen Kendal einzuverleiben. Also habe ich ihn bestellt, Dienstagabend, und drei Tage später (!) kam das Päckchen aus Örebro.

Da ich in Black u. a. schon meinen heißgeliebten Malden habe, habe ich mich für Brown entschieden.

Es ist eine sehr schönes Braun, nicht so dunkel wie der Classic; eher die Farbe von Vollmilchschokolade. 


Das gewachste Rindleder hat einen angenehmen, intensiven Ledergeruch und fühlt sich wunderbar an. Es heißt, dass sich auch Kratzer ganz einfach entfernen lassen, aber damit habe ich noch keine Erfahrungen gemacht: 
"Bei Artikeln aus gewachstem Leder können kleinere Kratzer durch leichtes Reiben - mit sauberen Fingern - entfernt bzw. gemildert werden." (Filofax Deutschland)
Auf der linken Seite hat der Kendal drei vertikale Kreditkartenfächer, die Karten werden allerdings - anders als z. B. beim Finsbury - längs (also mit der kurzen Seite voran) eingeschoben. Dahinter befindet sich das übliche Einschubfach

Rechts bietet er ein Reißverschlussfach in Netzoptik - das ist auch schon mein einziger Kritikpunkt: Nicht nur, dass ich persönlich Notizblockfächer (wie im Malden) bevorzuge; die Einlagen bleiben beim Schließen am Reißverschluss hängen.


Ausgeglichen wird dieses Manko durch zwei Vorzüge: Der Kendal verfügt über zwei unterschiedlich große Stiftlaschen mit elastischem Einsatz; selbst mit zwei Stiften läßt er sich noch problemlos schliessen. (Das sollte selbstverständlich sein, ist aber beim Graphic nicht der Fall.)

Der Clou aber ist das Außenfach auf der Rückseite, das kein anderes Modell mit Druckknopflasche bietet: es wird mit der Druckknopflasche geschlossen, so dass Zettel, Tickets oder Ähnliches darin gut geschützt sind.


Da ich meinen Kendal in Dänemark gekauft habe, hat er die dänischen cotton cream-Einlagen mitgebracht, die ich allerdings nicht verwende. (Obwohl sie zu Brown gut passen, aber ich bleibe bei M2P plus DpP.)


Flachliegen kann der Kendal noch nicht, aber er bleibt offen, und mit ein bißchen sanftem Training wird er das sicher noch lernen.

Kater Mikesch hilft, wo er kann
Für den Alltag ist mir der Kendal momentan zu wenig sommerlich, außerdem stört mich, dass die Einlagen am Reißverschluss hängen. Ich benutze ihn daher zur Zeit als Referenz-Filo, in dem ich all die Infos habe (Geburtstagskalender, Finanzen, Wohnung...), die ich nicht täglich unterwegs brauche.

Mein Fazit: der Kendal ist ein hochwertiges und - wie man hört - auch langlebiges Modell mit durchdachten Details, das auch Männern gefällt: Die Kendal-Review von Rene Raggl lest Ihr hier; hier ist eine von Robert und hier vom provinzler.

Kommentare:

  1. Hallo, Iris, das mit den Kratzern stimmt! Ich habe den Kendal schon länger und wenn er mal einen Kratzer abbekommt, lässt sich das tatsächlich mit Finger oder weichem Tuch weg polieren. Außerdem wird er im Gebrauch noch schöner, gerade der braune entwickelt auf Dauer einen schönen Glanz und selbst heute (nach 2-3 Jahren) duftet er immer noch gut nach Leder. Ich wünsche Dir ganz viel Freude an Deinem schönen Geburtstagsgeschenk!

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  2. Hallo Iris,

    der Kendal ist eines der Nachfolgemodelle zu meinem Hamilton. Ich kann bestätigen, dass Kratzer überhaupt kein Problem sind. Das gewachste Leder wird mit der Zeit immer schöner, ich habe meinen Hamilton nun seit 13 Jahren und noch immer viel Freude daran. Einmal im Jahr bekommt er eine Schönheitskur mit Öl-haltiger Schuhpflege, und er scheint unverwüstlich.

    Viel Spaß mit Deinem Kendal wünscht
    Thomas

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  3. Hallo Iris, also erstmal noch Alles Gute nachträglich zum Geburtstag und viel Spass mit deinem Geschenk.

    Ich habe im April oder Mai einen Kendal Pocket für meinen Mann zum Geburtstag gekauft. War bei uns im Carsch Haus in Düsseldorf um 50% reduziert. Da der Geburtstag aber erst im November ist, gibt es noch keine Erfahrungsberichte.

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  4. ich bin ja so neidisch *seufz*

    ich wollte so gerne einen braunen Kendal, und dann stand im Kaufhof der Kendal als Auslaufmodell in schwarz... den habe ich natürlich mitgenommen, besser ein schwarzer Kendal als kein Kendal und dann schreibst Du hier, dass er in DK reduziert ist... aber man kann doch nicht nur Filos kaufen (die Kater müssen doch auch noch etwas zu futtern bekommen, meinen Mann habe ich ja schon die Fleischportionen reduziert um die Filosucht zu finanzieren :-) )
    *seufz* er ist so schön in braun
    Viel Spaß damit.

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  5. Hi Iris

    Seit langem schau ich mal wieder hier rein - und was lese ich:

    Du hast jetzt auch einen braunen Kendal, da kann ich nur (nachträglich) zum Geburtstag und dauerhaft zum Kendal gratulieren !

    Was "Es heißt, dass sich auch Kratzer ganz einfach entfernen lassen, aber damit habe ich noch keine Erfahrungen gemacht" betrifft, kann ich nur sagen:

    Wie du weißt habe ich den br. Kendal ja schon eine Weile und er ist mittlerweile mein EDC Filo, d.h. er wird wirklich tgl. genutzt und mitgeführt, fliegt im Rucksack/im Auto u. auf dem Schreibtisch rum und muß so einiges "erdulden". Da gibt es nat. immer mal wieder Kratzer, aber ein wenig mit den Finger drübergerubbelt - und schon ist alles fast wieder ok. Fast - d.h. die Kratzer verschwinden nicht wirklich alle zu 100%, aber sie werden weniger deutlich sichtbar und mich stören sie absolut nicht - sie sind Zeichen für einen "lebenden" Filo ;-)

    Ansonsten bekommt er so langsam Patina und wird dadurch jeden Tag schöner - für mich ist das zweifellos der beste und schönste Filo den ich bislang gesehen habe !

    Ich wünsche dir auf jeden Fall Freude mit diesem wunderschönen Filo.

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  6. Sag mal, du hast da ein Foto eingestellt "Kater Mikesch hilft, wo er kann" - wo neben deinem Kendal und deinem Kater, ganz offensichtlich auch ein Moleskine zu sehen ist.

    Wie bzw. wozu nutzt du dieses Teil ?

    Was mich betrifft, bin ich (bei aller Begeisterung für Filo's) derzeit am überlegen, ob ich nicht (zumindest für "unterwegs") lieber ein Moleskine nutze. Denn erstens ist es klein (Pocket) zweitens leicht und drittens kann ich die ganze Fläche zum Schreiben nutzen. *Das* geht leider mit meinem Kendal A5 nur bedingt, die Ringe sind halt doch immer etwas im Weg....

    Geht das nur mir so ?

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    1. Sorry, dass ich jetzt erst antworte.

      Das (Möchtegern-)Moleskine ist tatsächlich nur ein "Generikum", das mein Mann als Werbegeschenk von einem Lieferanten erhalten hat. Ich habe es als Tagebuch benutzt. Die echten Moleskines sind toll, aber bei meinem Verbrauch an Notizbüchern einfach zu teuer.

      Ich nehme meinen Filo fast überall hin mit; falls ich, z. B. beim Ausgehen, doch einmal weniger Ballast haben will, verwende ich den Pennybridge, so kann ich die Einlagen einfach hin und her wechseln und muss nicht noch einen extra Kalender führen.

      Obwohl ich Linkshänderin bin, stören mich die Ringe überhaupt nicht beim Schreiben.

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