Filomaniac

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2. August 2012

Journalling School (2)


Wie Ihr wisst, arbeite ich mit Ray Blake zusammen am Projekt Journalling School, der Schule des Tagebuchschreibens: Die (englischen) Originalartikel findet Ihr auf Rays Blog, von mir bekommt Ihr jeweils die deutsche Übersetzung, mit ein paar Anmerkungen oder Gedanken.

Da ich letzte Woche verreist war, hinke ich momentan noch ein bisschen hinterher. Heute gibt's die zweite Lektion (vom 30. Juli 2012). Beginnend mit Lektion 3 (6. August 2012) werden die Artikel dann jeweils auf beiden Blogs zeitgleich erscheinen, so ist jedenfalls der Plan.



Journalling School, Lektion 2: Dranbleiben

Willkommen bei der zweiten Lektion der Journalling School. Heute geht es darum, wie man beim Tagebuchschreiben "dranbleibt".

Oft ist es schwierig, das Tagebuchschreiben aufrechtzuerhalten. Vielleicht ist man plötzlich sehr beschäftigt und findet nicht die Zeit dazu, oder vielleicht passiert einfach nichts Interessantes. Manchmal vergisst man das Schreiben einfach für ein paar Tage und schon ist der Schwung weg. Es gibt ein paar Wege, dies zu vermeiden:

1. Mach es Dir zur Gewohnheit, jeden Tag zur gleichen Zeit zu schreiben - sei es morgens als Erstes, oder auch am Ende des Tages. Ein Leser, Josh, sagt, dass er direkt vor dem Schlafengehen schreibt, und dass ihm das hilft, mit dem Tag abzuschließen. Falls Du berufstätig bist, kannst Du vielleicht ein paar Minuten in der Mittagspause erübrigen? 
2. Mach Dich nicht verrückt damit, jeden Tag zu schreiben; wenn Du nur ein oder zwei Mal pro Woche dazu kommst, ist das völlig in Ordnung. Du kannst die Häufigkeit des Schreibens nach Belieben erhöhen oder reduzieren. 
3. Falls Du Deinen PC nicht ständig in Reichweite hast, benutze Stift und Papier, und trage sie ständig bei Dir, so dass Du jede Gelegenheit zum Schreiben nutzen kannst, die sich Dir bietet. Für uns Filofax-Nutzer ist das ohnehin ganz normal. 
4. Benutze statt eines datierten Kalenders/Tagebuches lieber ein undatiertes Notizbuch oder Notizpapier in Deinem Filofax - vielleicht möchtest Du an manchen Tagen recht viel schreiben, an anderen weniger und dann wieder gar nichts. Ein vorgedrucktes Tagebuch mit einem bestimmten Platz pro Tag kann einen zu sehr unter Druck setzen - manche Leute wiederum mögen gerade diese Vorgaben als hilfreich empfinden. 
5. Wenn Dir gar nichts einfällt, stelle Dir selbst eine Frage, atme tief durch und notiere ein paar Antworten. Ich werde weiter unten ein paar solcher Fragen (Prompts) aufzählen.
6. Stell Dir vor, du hättest bereits vor einem Jahr mit dem Tagebuchschreiben begonnen. Denk an all die Einträge, die Du dann jetzt wiederlesen könntest! 
7. Wenn Du eine Zeitlang aussetzt, betrachte das Ganze nicht als Versagen. Wenn Du soweit bist, schlage eine neue Seite auf, notiere das Datum und fang wieder an.

Freu Dich darauf, all das irgendwann noch einmal zu lesen und Dich daran zu erinnern, was Du vor einem Jahr oder vor zehn Jahren alles erlebt und wie Du Dich dabei gefühlt hast. Welche Erinnerungen bewahrst Du für die Zukunft, oder für Deine Kinder?


Fragen (Prompts)

Wenn Dir nichts einfällt, wähle eine dieser Fragen aus und notiere Deine Antwort darauf. Vielleicht wird daraus sogar ein richtig langer Tagebucheintrag!
  • Wie fühle ich mich im Moment und warum?
  • Was ist das Beste, das mir heute passiert ist?
  • Was beunruhigt mich?
  • Wie werde ich das nächste Wochenende verbringen?
  • Was sind meine langfristigen Ziele?
  • Welche Menschen bedeuten mir etwas und warum?
  • Was ist meine früheste Erinnerung?
  • Welche Reisen habe ich unternommen und was habe ich dort erlebt oder gesehen?
  • Wenn ich im Leben alles tun könnte - was würde ich tun?
  • Wenn ich ein Vermögen erbte oder gewönne, was würde ich damit anfangen?
  • Welche Werte möchte ich meinen Kindern vermitteln?
  • Wie werde ich meinen nächsten runden Geburtstag feiern?
  • Wie würde mein idealer Urlaub aussehen?


Positiv bleiben

Vielleicht ist Dir aufgefallen, dass viele der oben genannten Fragen sich mit positiven Dingen beschäftigen und optimistisch klingen. Das soll Dir die Chance geben, Deine momentanen Sorgen und negativen Gefühle eine Weile zu vergessen. Von Zeit zu Zeit ist das wichtig, denn wenn Du in Deinem Tagebuch nur jammerst und Dich selbst bemitleidest, wird sich negativ auswirken auf Deine Motivation zu schreiben und auch auf Deine Laune.

In einer der nächsten Lektionen wird es darum gehen, wie man das Tagebuchschreiben dazu nutzen kann, seine Laune zu beinflussen und zu verändern, aber bleib zunächst erst mal dabei, Dir zumindest gelegentlich sehr positive Themen fürs Schreiben zu suchen.


Hausaufgaben

Wenn Du nach der letzten Lektion noch nicht mit dem Tagebuchschreiben begonnen hast, fang jetzt damit an. Du kannst eine der oben genannten Fragen als Einstieg benutzen - ebenso, wenn Du mit Deinem Schreiben ins Stocken geraten bist. Wenigstens einer Deiner Einträge sollte einen positiven oder optimistischen Grundton haben.

Versuche, in dieser Woche mindestens zwei oder drei Einträge zu schreiben, und zwar zu unterschiedlichen Tageszeiten. Welche Zeit funktioniert für Dich am besten? Wann fliegen Dir die Worte und Ideen nur so zu? Wann fühlst Du Dich am wohlsten und am wenigsten abgelenkt?

Dies war die zweite Lektion der Journalling School. In der nächsten Lektion schauen wir uns an, wie man nach einer längeren Zeit des Nichtschreibens wieder einsteigt.

Feedback, Gedanken und Ideen sind wie immer willkommen. Bitte teilt Eure Erfahrungen in den Kommentaren.

(Autor: Ray Blake, den englischen Originalartikel findet Ihr hier.)


Iris sagt...

"Dranbleiben" ist für mich kein Thema - im Gegenteil, ich muss einfach schreiben! 

Mir fällt auch immer so viel ein, daher arbeite ich nicht mit Prompts (sorry, mir fällt einfach kein passendes deutsches Wort dafür ein) - obwohl ich die Idee durchaus reizvoll finde. Es kommt allerdings vor, dass ich bestimmte Begebenheiten nutze, um darüber zu schreiben, "was wäre, wenn...". Ein Beispiel: ein Kollege meines Mannes hat gekündigt und eine neue Stelle in Münster angetreten. Für mich war das ein Anlass, mir vorzustellen (und in meinem Tagebuch darüber zu schreiben), wie das wäre, wenn wir nach Münster ziehen würden... - was wären die Vorteile (Ihr wisst ja, dass wir in NRW Familie haben), was würde ich vermissen?

Wenn Ihr Euch dafür interessiert, findet Ihr im Internet jede Menge (zumeist englische) Prompts.

Kommentare:

  1. Jetzt schreibe ich auch mal etwas zu dem Thema.

    Ich schreibe Tagebuch seit 1999. Ich weiß nicht mehr so recht warum ich damit begonnen habe - wahrscheinlich so eine Teeniesache - ich war damals 13 Jahre alt. Bis heute schreibe ich regelmäßig Tagebuch. Nicht jeden Tag und manchmal auch ein paar Wochen nicht. Aber längere Pausen gibt es bei mir nicht, denn dann habe ich das Gefühl das ich es vermisse und ich es tun muss. Wenn mich etwas aufgewühlt hat, hilft mir das Schreiben es zu verarbeiten. Und es ist eine Art Erinnerungsbuch. Ich klebe auch Bilder, Konzert- & Kinokarten, sowie Fotos ein. Ich stelle mir dann immer vor, dass ich die (mittlerweile 14) Bücher ansehe und in Erinnerungen schwelge, die ich längst vergessen habe.

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  2. ich schreibe erst seit Weihnachten letzten Jahres wieder Tagebuch. Auch nicht jeden tag, und ich schreibe abends im Bett bevor ich schlafen gehe. Mein Tagebuch ist übrigens mein Cameleon A5. Und komischer Weise reicht mir das Kalendarium dazu völlig aus. Manchmal schreibe ich wirlich nur 3- 4 Sätze.

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    1. Huhu Mandy!

      Ich habe es auch mal getestet, aber mich stören beim Schreiben die Ringe. Denn ich schreibe durchaus mal ein paar Seiten. Ich nutze jetzt ein Flex by Filofax.

      Lg Jana

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    2. ich schreibe mehr so eine art "steno" kurz und knapp.
      werd jetzt am WE mal ein paar Fotos machen und auf meinen Blog stellen. Ich denke da sieht man wohl am besten wie ich das meine.

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