Filomaniac

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6. August 2012

Journalling School (3)

Wie Ihr wisst, arbeite ich mit Ray Blake zusammen am Projekt Journalling School, der Schule des Tagebuchschreibens: Die (englischen) Originalartikel findet Ihr auf Rays Blog, von mir bekommt Ihr jeweils die deutsche Übersetzung, mit ein paar Anmerkungen oder Gedanken.

Ab heute erscheinen Rays Artikel immer montags hier und - im englischen Original - auf My Life All in One Place.

Journalling School, Lektion 3: Neustart

Willkommen zur dritten Lektion der Journalling School. Heute geht es darum, wie man das Tagebuchschreiben nach längerer Abstinenz wieder aufnimmt.

Wenn einem das Tagebuchschreiben einmal zur Gewohnheit geworden ist, gewinnt man bald eine gewisse Routine, die es leicht macht, Tag für Tag und Woche für Woche zu schreiben. Aber gelegentlich kommt man aus dem Takt.

Was passiert, wenn man das Tagebuchschreiben eine Zeitlang vernachlässigt hat und wieder anfangen will? Vielleicht war man zu beschäftigt mit anderen Dingen, vielleicht hat man einfach das Interesse verloren? Wie auch immer, das Beste ist ein Neuanfang.

Der Gedanke, alles nachzutragen, was in der Zwischenzeit passiert ist, ist entmutigend und kann einen davon abhalten, überhaupt wieder anzufangen. Aber vielleicht hat man das Gefühl, man könne auch nicht einfach wieder einsteigen, als wäre nichts geschehen. Was ich vorschlage, ist Folgendes:

Foto: Ray Blake
1. Nimm ein leeres Blatt Papier - keine Seite in Deinem Tagebuch. 
2. Unterteile das Blatt mit Linien in mehrere Abschnitte. Wenn Du nur ein paar Monate vergangen sind, seit Du aufgehört hast zu schreiben, nimm einen Abschnitt für jeden Monat. Wenn es Jahre her ist, steht jeder Abschnitt für ein Jahr. 
3. Schreibe die Namen der Monate bzw. Jahre in jeden Abschnitt, und dann notiere einen oder zwei Stichpunkte für jeden Zeitraum. Halte Dich nicht mit Details auf - nur ein, zwei Worte als Gedankenstütze. 
4. Stecke das fertige Blatt in Dein Tagebuch.
Und jetzt fang wieder an, regelmäßig zu schreiben. Wenn nötig, kannst Du ein neues Tagebuch anfangen, aber ich empfehle, einfach nur eine neue Seite in Deinem alten aufzuschlagen - denn Du bist dabei, die Kontinuität wieder zu erlangen, die Lücke schließen.

Einmal pro Woche (oder wann immer Dir danach ist und Du Zeit hast) suchst Du Dir einen Monat oder ein Jahr aus und schreibe über alle Ereignisse, an die Du Dich erinnerst. Streiche sie dann jeweils von Deinem Blatt. Und schon bald wird nichts mehr auf Deinem Blatt übrig sein - und Du kannst wieder ganz regulär Tagebuch schreiben.

Betrachte den Neustart als Chance. Denke darüber nach, warum Du aufgehört hattest, zu schreiben. Hatte es mit Deiner Art des Tagebuchschreibens zu tun? Wäre dies ein guter Zeitpunkt, die Dinge anders anzugehen?

Hausaufgaben

Wenn Du das regelmäßige Tagebuchschreiben aufgegeben hattest, versuche die oben genannte Übung. Erinnere Dich daran, was Du erreichen wolltest, als Du mit Deinem Tagebuch begonnen hast. Ist es immer noch das, was Du willst? Oder solltest Du diese Gelegenheit nutzen, etwas an Deinem Schreiben zu ändern?

Wenn Du noch nicht mit dem Tagebuchschreiben begonnen hast, und die Prompts der letzten Woche Dich nicht inspiriert haben, probiere es mit der oben genannten Übung. Aber lass, statt einiger Monate oder Jahre, Dein ganzes Leben Revue passieren. Verwende einen Abschnitt für jede Dekade oder jeden Lebensabschnitt (z. B. Studium, die Zeit des Frischverheiratetsein). Mach zunächst Stichpunkte auf Deinem Blatt und dann schreibe in Dein Tagebuch; nimm Dir für jeden Eintrag eine Periode Deines Lebens vor.

Dies war die dritte Lektion der Journalling School. In der nächsten Lektion werden wir... nun, sagen wir einfach, es wird Euch überraschen.

Feedback, Gedanken und Ideen sind stets willkommen. Bitte teilt Eure Erfahrungen in den Kommentaren.

(Autor: Ray Blake, den Originaltext findet Ihr hier.)


Iris sagt...
Zum Thema Neustart kann ich wenig beitragen, weil ich noch nie in der Verlegenheit war - ich glaube, der längste Zeitraum, den ich nachgetragen habe, war ein Tag.

Rays Idee, die verstrichene Zeit zunächst in Abschnitte zu gliedern, und dann sukzessive mit Erinnerungen zu füllen, finde ich durchaus sinnvoll. Ich denke allerdings, man sollte sich im Zweifelsfall auf die Gegenwart konzentrieren - denn wenn man zuviel Zeit darauf verwendet, die Ereignisse der Vergangenheit nachzutragen, bleibt am Ende keine Zeit (oder Energie) mehr übrig, über die Dinge zu schreiben, die einen aktuell bewegen.
Ich habe mit Ray darüber diskutiert, und er hat - mit Recht - darauf hingewiesen, dass man die Gegenwart nicht ohne die Vergangenheit verstehen kann.

1 Kommentar: