Filomaniac

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13. August 2012

Journalling School (4)

Wie Ihr wisst, arbeite ich mit Ray Blake zusammen am Projekt Journalling School, der Schule des Tagebuchschreibens: Die (englischen) Originalartikel findet Ihr auf Rays Blog, von mir bekommt Ihr jeweils die deutsche Übersetzung, mit ein paar Anmerkungen oder Gedanken.

Rays Artikel erscheinen immer montags hier und - im englischen Original - auf My Life All in One Place.


Journalling School Lektion 4: Positives Schreiben

Willkommen zur vierten Lektion der Journalling School. Die heutige Lektion sollte ursprünglich eine recht launige werden, aber ich habe einige Kommentare erhalten von Leuten, die berichtet haben, dass das Schreiben sie herunterzieht. Deshalb beschäftigen wir uns heute mit dem positiven Schreiben und seinen Möglichkeiten, die Stimmung zu beeinflussen.

Oft hört man den Ratschlag, mit Herausforderungen und Problemen zu umzugehen, indem man in seinem Tagebuch darüber schreibt, wie man sich fühlt. Das ist vernünftig, denn es ist hilfreich, sich über die Situation klarzuwerden und die Gefühle zu Papier zu bringen, die an einem nagen. Indem man sie schriftlich festhält, kriegt man sie aus dem Kopf, und das ist ein gutes Ergebnis.

Und doch, es kommt der Moment, da ist genug einfach genug - es fehlt etwas Positives. Genauso, wie man lächeln kann, um gute Laune zu kriegen, kann man sich in eine positive/optimistische Einstellung "hineinschreiben", in Zuversicht und Entspannung. 

Schreibe einfach über eines (oder mehrere) dieser Themen:
  1. Wofür bin ich dankbar?
  2. Worauf freue ich mich?
  3. Wenn alles gut für mich läuft, wie werde ich mich nächste Woche/nächsten Monat/nächstes Jahr fühlen?
  4. Welche netten Dinge sagen andere über mich?
  5. Wen liebe ich und warum?
  6. Was sind meine größten Leistungen in diesem Jahr/dieser Dekade/meinem Leben?
Du wirst, wenn Du mit dem Schreiben fertig bist, lächeln und ein warmes Gefühl der Zuversicht verspüren, das ausreichen könnte, um Deinen Tag zu verändern.

Wenn Du Dich deprimiert, ängstlich oder unzufrieden fühlst, musst Du Dir diese Gefühle zunächst einmal eingestehen, sonst wird Deine Optimismus vergeudet sein, denn unterdrückte Gefühle werden sich immer wieder in Deinen Bewußtsein schleichen.

Wenn Du also Dein Tagebuch nutzen willst, um Deine Laune zu verbessern, befolge diese drei Schritte:
Schritt 1: Schreibe darüber, wie Du Dich im Moment fühlst. Lass alle Sorgen, Ängste, Bedenken heraus. Teile Deinen Frust mit Deinem Tagebuch. Werde Dir klar darüber, was Du fühlst.
Schritt 2: Nimm Dir dafür soviel Zeit, wie Du brauchst. Schreibe wirklich jeden Aspekt Deiner Malaise auf, selbst wenn Du Seite um Seite damit füllst. Wenn Du fertig bist, mach eine Pause. Lass das Ganze sacken.

Schritt 3: Wähle eine der oben genannten Fragen (Prompts) aus und beantworte sie so ausführlich, wie Du kannst.
Anhänger der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) werden dies als Pacing und Leading-Prozess* erkennen, aber hier geht es nicht darum, eine Person zu beeinflussen, sondern sich selbst. Und dieser Einfluss wird sehr real sein. Wenn Du diese Technik ausprobierst, wirst Du nach dem Tagebuchschreiben in einer anderen Stimmung sein als vorher. Es ist eine Katharsis, wie Rori in einem Kommentar zu Lektion 1 so treffend bemerkt hat.


Image © Copyright Rod Trevaskus and licensed
for reuse under this Creative Commons Licence


Hausaufgaben

Befolge an einem Tag in dieser Woche die drei oben genannten Schritte. Versuche, es an einem Tag zu machen, aber wenn das nicht klappt, nimm Dir dafür mehrere Tage Zeit. Vergewissere Dich, dass Du wirklich alles niederschreibst, und dann gib dem positiven Prompt so viel Raum, wie Du kannst. Mache das mehrmals, wenn Du magst, und halte den Focus positiv. Reflektiere anschließend darüber, wie Du Dich fühlst.


Dies war die vierte Lektion der Journalling School. In der nächsten Lektion machen wir ein paar Rollenspiele.

Feedback, Gedanken und Ideen sind stets willkommen. Bitte teilt Eure Erfahrungen in den Kommentaren.

(Autor: Ray Blake, den Originaltext findet Ihr hier.)
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*Ich bin mit der Methode der NLP nicht vertraut, daher kann ich diesen Abschnitt leider nicht genauer übersetzen.


Iris sagt...
Ich stimme Ray darin zu, dass es wichtig ist, sich auf die positiven Aspekte des Lebens zu konzentrieren. Das fällt nicht immer leicht, keine Frage - und es kann auch sehr befreiend sein, schriftlich einmal all das "herauszulassen", was man denkt oder fühlt. 
Mir persönlich hilft das Schreiben sehr, meine Gedanken zu ordnen und mir darüber klar zu werden, was ich eigentlich fühle und warum ich verärgert/enttäuscht/verletzt/genervt... bin. 
Aber dann muss man es auch gut sein lassen und damit abschließen - sich endlos in Selbstmitleid zu suhlen, bringt niemanden weiter. 

1 Kommentar:

  1. Ich versuche meine Tagebucheinträge immer positiv zu beenden. Die Dinge die nicht so gut gelaufen sind, die mich ärgern oder nerven, "arbeite" im gleich am Anfang ab. So beschissen der Tag auch war, suche ich mir immer das Beste davon aus. Ich schreibe immer bevor ich schlafen gehe. Ich will den Tag positiv beenden.

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