Filomaniac

Das deutsche Blog für alle Filofax-Fans. - The German blog for all Filofax fans.

Please feel free to comment in English as well!

26. März 2014

Japanische Schreibkultur: Fudepens (3)

Nachdem Herr Zimmermann von Fudepens mir freundlicherweise einige Stifte zugeschickt hatte (über die ich hier und hier berichtet habe), bin ich auf den Geschmack gekommen - und habe noch drei weitere Stifte bestellt, die ich Euch ebenfalls vorstellen möchte:


"Tintenaficionados haben ein Problem - dauerndes Tintenwechseln. Da gilt es, sich in seiner Auswahl einzuschränken, oder ausreichend viele Füller anzuschaffen (ein teures Vergnügen).
Der Platinum Preppy [...] löst dieses Problem. Unter Füllerfreunden ist er bekannt als ein Füller, der in Punkto Qualität deutlich über seiner Preisklasse spielt. Er ist eine Verbindung ordentlicher Bauteile: eines funktionalen Gehäuses aus transparentem Polycarbonat und einer Feder die man sonst an 10-15 findet. [...]"
Der Preppy ist ein klassischer Patronen-Füllhalter, erhältlich in verschiedenen Farben, neben Schwarz (den ich bestellt habe) auch in Violett, Blau, Rot und Gelb. Was die Qualität angeht, war ich angenehm überrascht: für den Spottpreis von vier Euro (!) erhält man einen Füller, dessen Feder es ohne weiteres z. B mit einem Lamy Safari aufnehmen kann! Er schreibt (in der Federstärke M) flüssig und kratzfrei, die Tinte ist tiefschwarz und trocknet - trotz der relativ breiten Federstärke - schnell. Auf dem Filofax-Papier (das, wie wir wissen, einiges zu wünschen übrig lässt), scheint die Tinte leicht auf der Rückseite durch.

Etwas verwundert war ich, dass für den Preppy keine Ersatzpatronen im Sortiment sind - auch wenn es sich um ein preiswertes Modell handelt, ist er als Einwegfüller doch zu schade, vom Aspekt der Nachhaltigkeit gar nicht zu reden. Herr Zimmerman hat mir auf Nachfrage dazu geantwortet:
"Hallo Frau Gernhuber, den Preppy kann man natürlich nachfüllen (dazu einfach hinten aufdrehen), Platinum Patronen gibt es im Schreibwarenhandel (die nehme ich in der nächsten bestellrunde ins Programm). Was ich jetzt schon auf Wunsch kostenlos dazu lege ist ein kleines Set aus einem O-Ring und einer Pipette, mit denen man den Preppy zu einem sog. Eyedropper umbauen kann (das sind Stifte, die ein 'dichtes' Endstück Haben und die man so zur Gänze mit Tinte füllen kann), was beim Preppy auch noch total schick aussieht, schließlich ist er transparent.[...]"
Mein Fazit: für kleines Geld bekommt man einen wirklich guten Alltags-Füller. Mit dem Clip lässt er sich in die Ringmechanik einklemmen, falls die Stiftschlaufe zu schmal ist.

Diesen Bleistift hatte ich neulich schon erwähnt - und weil mich das Prinzip der rotierenden Mine so fasziniert hat, musste ich ihn unbedingt haben:
"Der Unu Kuru Toga Roulette ist die Speerspitze der Herstellung mechanischer Druckbleistifte. Bei jedem Aufsetzen der Spitze rotiert die Mine um 1/8. So bleibt die Spitze immer fein und es kommt nicht zur Bildung einer breiten Seite.
Das ist genial zum Skizzieren und Zeichen und für alle Freunde eines sehr sauberen Druckbleistift-Schriftbilds. Nicht zu vergessen Stift-Nerds wie ich, die verlieben sich sofort in so einen Stift."


Auf den ersten Blick ein ganz normaler Druckbleistift - liegt gut in der Hand, sieht gut aus und lässt sich mit ganz normalen, auch in Deutschland erhältlichen Minen nachfüllen. Unter der Kappe befindet sich ein Radiergummi. Dass die Mine rotiert, merkt man beim Schreiben gar nicht - man erkennt es nur an einem kleinen Sichtfenster, in dem ein Symbol quasi "mitrotiert". (s. Foto unten)

Als ich meinem Mann von diesem Wunderding erzählte, entgegnete er mir, dass er bereits im Ingenieursstudium vor mehr als 20 Jahren gelernt habe, einen Bleistift beim Schreiben zu drehen, um genau dieses Problem (des einseitigen Abnutzens der Mine) zu vermeiden. Nun, ich habe Philosophie studiert, mir hat das niemand beigebracht. Gut, dass es für Ignoranten wie mich jetzt Stifte gibt, die mitdenken!  - Der Uni Kuru Toga kostet 14 Euro.


Auch diesen Stift musste ich unbedingt ausprobieren:
"[...] Sign Pens sind Stifte, die ich außerhalb Japans noch nie gesehen hatte. In einem Restaurant wollte ich mir etwas notieren und bekam einen Sign Pen (von Zebra) in die Hand gedrückt - das Gefühl, mit der leicht elastischen Akrylspitze zu schreiben liegt irgendwo zwischen einem Fineliner und einem Pinsel und das Schriftbild ist klasse.
Den Tombow kann man zum schreiben und zeichnen verwenden. Der Tombow hat eine leicht flexible Spitze (keine Pinselspitze, d.h. keine einzelnen Borsten). In Japan wird diese Stiftart auch "Sign Pen" genannt - mit diesen Stiften wird dort schließlich unterschrieben.
Das Schreiben lateinischer Buchstaben ist ein zuerst ungewohnt (gegen den Strich schreibt sich der Stift etwas ungewohnt), das gleichermaßen ungewohnte, harmonische, Schriftbild mit unterschiedlich breiten Linien entschädigt dafür aber sofort.
Ich mag den Stift zum Zeichnen schmaler Linien mit der Möglichkeit, diese wie bei einem Pinsel breiter werden zu lassen."
Der Sign Pen kommt in einer spannend aussehenden Verpackung mit japanischer Beschriftung - leider verstehe ich kein Wort. (Eine Art Schablone ist auch noch beigelegt.)





Mit der Acrylspitze kann man, auch als Linkshänder, flüssig und sehr schwungvoll (unter-)schreiben - und sicherlich auch zeichnen; die Tinte ist tiefschwarz und trocknet schnell. Natürlich scheint sie beim Filofax-Papier leicht auf der Rückseite durch. - Der Tombow Sign Pen kostet 3 Euro.




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen