Filomaniac

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5. März 2015

Mein Tag auf zwei Seiten

Vergangenen Herbst bin ich vom DpP (Tag auf einer Seite), das ich jahrelang benutzt hatte, zum Format D2P (Tag auf zwei Seiten) gewechselt - darüber hatte ich hier berichtet. Treue Leser werden sich erinnern, dass mir die Beschaffung des D2P 2014 ganz unerwartete Schwierigkeiten bereitet hat. Aber dann hat sich ja doch noch alles zum Guten gewendet, und seit Anfang Oktober verwende ich nun dieses Format - in bewährter Kombination mit dem M2P (Monat auf zwei Seiten).

Zeit, Bilanz zu ziehen.

Ich nutze mein Tageskalendarium seit Jahren auch als Scrapbook - d. h., ich klebe Tickets, Zeitungsausschnitte usw. ein, dazu Post-Its, Sticker, Washi und was mir sonst gefällt.


Und wenn der Platz nicht reicht, lege ich eine zusätzliche Notizseite ein:


Ich habe festgestellt, dass es mir hilft, wirklich nur einen Tag im Blick zu haben und mich darauf zu fokussieren - und nicht auch noch das, was gestern war, oder das, was morgen kommt. Für den Überblick habe ich ja zusätzlich den Monatskalender.
Im D2P habe ich nun pro Tag zwei Seiten zur Verfügung: links eine ganze Seite für Termine (mit Zeitleiste), rechts eine Todoliste sowie ein paar Zeile für Notizen. 


Samstag und Sonntag haben je eine Seite - ohne Todoliste, aber man kann ja bei Bedarf ein zusätzliches Blatt einlegen. (Das ist etwas, was mich am DpP immer maßlos gestört hat: dass für das Wochenende nur eine Seite zur Verfügung steht.)


Das D2P ist mit 24,90 Euro deutlich teurer als das DpP (17,90 Euro) - dafür erhält man aber auch viel mehr Seiten: sechs Blatt pro Woche statt drei Blatt beim DpP. Pro Monat zahlt man für das D2P also gut zwei Euro -  legt man stattdessen beim DpP jeweils eine Seite Notizpapier zwischen die Seiten, wie ich es vergangenes Jahr getan habe, wird's sogar teurer: drei Blatt pro Woche, das macht für ein Jahr etwa 150 Blatt. (100 Blatt kosten 6,50 Euro.) Der Vorteil ist, dass man nach Bedarf liniertes, kariertes oder blanko Papier einlegen kann - oder auch einmal ganz darauf verzichten, falls man den zusätzlichen Platz nicht braucht.

Im DpP habe ich Termine in die linke Spalte geschrieben, Todos in die rechte. Durch die separate Todoliste im D2P habe ich auf der linken Seite nun mehr Platz - für Termine, für Notizen und vor allem für Scraps. Es sieht auch sehr viel ordentlicher aus.


Was mich am D2P-Format allerdings immer irritiert hat: es taugt nicht für Sublists. Ein Beispiel: wenn ich in die Bücherei gehe, trage ich das im DpP in der linken Spalte als Termin ein - und daneben schreibe ich (in die rechte Spalte), was ich dort erledigen will, z.B.: zwei vorbestellte Bücher abholen, ein Buch abgeben, ein anderes Buch verlängern, Kopien machen, nach Literatur zu einem Thema suchen, Gebühr bezahlen, ... - wenn ich das alles in die To Do-Liste rechts schreibe, ist sie voll. Stattdessen verwende ich nun ein Post-It für die Dinge, die ich in der Bücherei erledigen will. Der Vorteil: wenn ich einmal nicht, wie geplant, in die Bücherei komme, wandert diese Liste einfach weiter zum neuen Termin.



Todos lassen sich auch nicht "gruppieren": im DpP habe ich meine Todos in "Blöcken" notiert: z. B. oben die Dinge, die ich unterwegs erledigen muss (Bank, Apotheke, Reinigung, Post....) - darunter ein paar Zeilen Platz, falls noch etwas hinzukommt, und dann vielleicht Sachen fürs Blog: einen Post veröffentlichen, zwei vorbereiten, Fotos machen... Im D2P geht das munter durcheinander. Ich habe auch keinen Platz, um Notizen zu einem Todo zu machen: "ABC-Versicherung anrufen, Tel. 123-45, 8-12 Uhr, wegen ..." - das passt nicht alles in eine Zeile der D2P-Todoliste. Ich behelfe mir damit, dass ich das entsprechende Todo mit einem Sternchen versehe und diese Notizen - quasi als Fußnote - in das Notizfeld unten auf der Seite schreibe.

Nun ja, nichts im Leben ist perfekt. Und doch: ich habe meine Entscheidung, vom DpP zum D2P zu wechseln, nicht eine Minute bereut.

"Und warum", höre ich Euch fragen, "hat sie dann am Samstag das DpP gekauft???"

Ähem. Ich kann das erklären. 

So sehr ich mein Setup liebe (und ich habe mein M2P/DpP auch geliebt) - immer im Spätsommer sticht mich der Hafer, dann will ich ein anderes Format ausprobieren. Nicht, weil meines nicht funktionieren würde, sondern einfach aus Langeweile. Oder weil ich - auf IG, in einem Blog, auf Facebook - irgendein  Setup oder Layout gesehen habe, das reizvoll aussieht. Ich experimentiere dann mit dem Wochenkalender herum (und weiß schon am nächsten Tag, dass es ein schrecklicher Irrtum war) - oder ich rede mir ein, dass mein Leben viel glücklicher wäre, wenn ich statt des DpP das D2P hätte. (So geschehen im letzten Jahr.) Im Handel sind die Kalender des laufenden Jahres dann nicht mehr erhältlich - ich muss sie also online bestellen, zusätzliche Versandkosten zahlen und tagelang darauf warten. Damit das nicht wieder passiert (ich bin lernfähig!), habe ich mir das DpP quasi "auf Vorrat" besorgt: mit Payback-Rabatt und -punkten für 7,19 Euro - also gute 10 Euro billiger.

Ich habe dann auch tatsächlich mal testweise die Einträge für März ins DpP übertragen - und fand es gräßlich: die Todos in diese eine Spalte zu quetschen! 
Aber das besagt gar nichts. Wenn ich das nächste Mal das dringende Bedürfnis habe, mein Setup zu verändern - zum Beispiel im Urlaub, wenn ich mehr Platz für Scraps und keine Todoliste brauche -, dann habe ich das DpP schon da. Ich kann, wenn ich lustig bin, von Woche zu Woche zwischen DpP und D2P hin und her wechseln. Was für ein Spass! Abwechslung in allem ist süß. (Euripides)

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