Filomaniac

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27. Mai 2015

Für eine Handvoll Euro

Also, ich habe ja schon manches Schnäppchen auf ebay, im Forum oder auch auf unserem FB Marktplatz gemacht: einen Sherwood für 15 Euro, einen Scanda für 26,50€ - aber das glaubt mir kein Mensch: vorletzte Woche Montag habe ich beim Kochen so nebenbei, während mein Auflauf im Backofen vor sich schmurgelte, einen Belgravia ersteigert - für 6,50 Euro!
Mein Glück war, dass er nur als "Filofax Organiser schwarz" beschrieben war, und auch die Fotos waren relativ unscheinbar, so dass sich kaum jemand dafür interessiert hat. Erkannt hatte ich das Modell selbst übrigens auch nicht, aber auf einem Foto war die besondere, schräge Anordnung der Kartenfächer vorne zu erkennen, und so habe ich im FiloWiki danach gesucht und ihn identifiziert.

Den Belgravia hat Filofax 2002 vorgestellt, als Teil einer ganzen Serie von Accessoires. Ich habe dieses Zitat von Juli 2002 auf Kult am Pult gefunden:
"[...] Und noch eine gute Nachricht für die Fans der luxuriösen Organised Accessoires-Linie Belgravia: Im Juni kam der passende Zeitplaner in der gleichen, komfortablen Aufmachung frisch auf den Markt. Damit keine Wünsche offen bleiben, gibt es diesen Organiser in sechs unterschiedlichen Größen, auch im neuen M2 Format. Wer Akzente setzen will, wird sich über die Farbalternativen Rot und Blau freuen, die neben Schwarz erhältlich sind.[...] 
Das Innenleben ist gut durchdacht: Angeschrägte, umnähte Kreditkartenfächer erlauben den bequemen Zugriff. Ein dehnbares Seitenfach ist auf der gesamten Höhe mit einem Reißverschluss gesichert. Die Schlaufe rechts sorgt für die sichere Unterbringung von Schreibgeräten.[...]"
Im englischen Filofax-Katalog von 2002 ist der Preis mit 55£ angegeben. Zum Vergleich: der Cross kostete damals ebenfalls 55£, der Lyndhurst 45£. Man kann also davon ausgehen, dass der Belgravia heute für ca. 100 bis 120 Euro angeboten würde. 

Soweit die Fakten. Und hier ist das gute Stück:


Das Deluxe Leather (was für ein Tier soll das sein?) ist nicht ganz so weich wie z. B. bei Portland oder Cavendish; es ähnelt in Haptik und Narbung am ehesten dem Guildford. Laut Verkäufer wurde dieser Filofax "nur einmal benutzt", hat jedoch ein paar oberflächliche Kratzer, die bei so glattem Leder natürlich nicht ausbleiben. 

Auf der Rückseite unten ist der Filofax-Schriftzug eingeprägt:



Geschlossen wird der Belgravia mit einer klassischen Druckknopflasche - auf dem Druckknopf ist ebenfalls das Logo zu sehen:



Auf der linken Seite bietet dieses Modell die (bei den Vintage-Modellen) üblichen acht horizontal angeordneten Kreditkartenfächer, schräg zugeschnitten - so dass Karten etwas weiter herausragen, was bei Plastikkarten (Kredit- oder Kundenkarten, Mitgliedsausweisen etc.) flott aussieht, sich bei Papier (z. B. Visitenkarten) aber als eher unpraktisch erwiesen hat, weil sie dadurch leichter verknicken. Dahinter befindet sich noch ein Einschubfach über die ganze Länge. 


Hinten hat der Belgravia ein Reissverschlussfach mit Dehnfalte und silbernem Zipper, was sehr elegant aussieht - und dieser Reissverschluss ist zum Glück so weit außen angebracht, dass die Einlagen nicht daran hängenbleiben (wie es z. B. beim Kendal der Fall ist). Ein weiteres Einschubfach auf dieser Seite - wie es etwa Kensington, Tejus oder Sherwood haben - wäre allerdings schön gewesen.


Links und rechts gibt es je eine (unterschiedlich große) Stiftschlaufe. Um tatsächlich zwei Stifte mitzuführen, ist die Druckknopflasche allerdings zu kurz bemessen, so dass der Vorteil zweier Schlaufen eher darin liegt, dass man je nach Dicke des Stiftes die passende wählen kann.

Der Belgravia liegt wunderbar flach - natürlich weiss ich nicht, ob er von seinem Vorbesitzer entsprechend trainiert wurde. Er brachte auch einige Einlagen mit: Register, Kreditkartenhülle, Lineal, Weltkarte, Notizpapier sowie verschiedene Formulare:


Mein Fazit: der Belgravia ist eine eher unspektakuläres Modell. Besonders gefallen mir der Druckknopf und das Logo auf der Rückseite: kleine Details, die ihn von anderen Modellen unterscheiden. 

Kommentare:

  1. Ich habe den Belgravia in blau in den Größen Pocket und Mini. Beim Mini ist das dünne Leder leider innen re und li der Ringmechanik gerissen. Und das bei kaum nennenswerter Beanspruchung. Hoffe Deiner erweist sich als haltbarer.

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  2. Ich habe den Belgravia in blau in den Größen Pocket und Mini. Beim Mini ist das dünne Leder leider innen re und li der Ringmechanik gerissen. Und das bei kaum nennenswerter Beanspruchung. Hoffe Deiner erweist sich als haltbarer.

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