Filomaniac

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20. Mai 2015

Nicht ohne mein D2P

"Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten." Vermutlich kennt Ihr dieses Zitat; es wird Albert Einstein zugeschrieben, wenngleich ich dafür keine Quellenangabe gefunden habe.

Ich kenne es auch, ich zitiere es gerne und oft - aber habe ich irgendetwas daraus gelernt?

Vorletztes Wochenende hatte ich wieder mal so einen Rappel und meinte, mein Setup ändern zu müssen. Ihr wisst, ich verwende die Kombination von M2P plus D2P, und ich nutze meinen Tageskalender als eine Art Scrapbook. Ich liebe das, ich blättere gerne darin, und ich gebe mir beim Gestalten der Seiten viel Mühe.


Aber von Zeit zu Zeit denke ich, dass es verrückt ist, dieses "Scrapbook" - oder jedenfalls den aktuellen plus kommenden Monat davon - überallhin mitzuschleppen. Schon der Gedanke, mein kostbarer Filofax würde gestohlen - oder fiele in eine Pfütze! Die Termine und Adressen kann ich leicht rekonstruieren, aber meine liebevoll gestalteten Seiten? Wäre es nicht besser, das D2P komplett zuhause zu lassen und für unterwegs einen Wochenkalender zu verwenden? Es ist ja nicht so, als würde ich unterwegs daran basteln - naja, im Urlaub natürlich schon, aber doch nicht an einem ganz normalen Tag!

Ich habe das W2P, das mit dem Domino kam: weiß, mehrsprachig, unliniert; ich führe es als Backup in meinem Referenz-Filo, der zuhause bleibt; schreibe Termine, wichtige Todos und Notizen hinein, ohne Deko - aber ehrlich gesagt, ich mag dieses Format nicht besonders. Ich dachte also über Alternativen nach - und kam zu dem Schluss, dass das W1PN (Woche auf einer Seite mit Notizen) die Lösung wäre: ein ganzes Jahr passt locker in den Filofax. Ich kann hier sowohl Termine als auch Notizen eintragen - auch schon für das zweite Halbjahr. Anders als das M2P endet das W1PN auch nicht am 31. Dezember, denn ich kann im Herbst das Kalendarium für 2016 einlegen und es geht quasi "nahtlos" weiter. Naja, und ein bisschen Platz für Post-Its, Sticker, Washi hätte ich auch...

Die Tatsache, dass ich das W1PN bereits 2011 und 2013 ausprobiert und verworfen habe? Pffft... dieses Mal wird alles anders! Dieses Mal wird es funktionieren, und es wird großartig sein! Ich muss es haben, sofort! Es wird mein Leben verändern!

Wisst Ihr noch, was ich eingangs über Wahnsinn gesagt habe?

Und doch - es ließ mir keine Ruhe. Da ich ja hier in der Provinz keinen Filofax-Händler habe, müsste ich es allerdings online bestellen: 11.90€, plus 3€ VK, bei Filofax. Oder nach Nürnberg zu fahren, in der Hoffnung, dass der Kaufhof es noch vorrätig hat. Mit Payback würde ich ca. 3€ sparen und keine VK zahlen - aber 18€ für das Bahnticket. Hmpf! Auf ebay habe ich es dann gefunden, für 8€, ohne VK. Sonntag bestellt, Montag versandt, Mittwoch im Briefkasten.



So sieht das Format aus: die Woche auf der linken Seite, mehrsprachig (was, leider, ziemlich viel Platz wegnimmt), die rechte Seite dezent liniert:


Ich habe mich mit verschiedenen Stiften (damit das Ganze "authentisch" aussieht) hingesetzt und im ersten Durchgang die Termine für das erste Drittel des Jahres nach- sowie die schon bekannten kommenden Termine eingetragen. Dann wichtige Notizen aus dem D2P abgeschrieben, z. B. Details zu Bestellungen, Verträgen etc., die auch später noch relevant sein könnten. Und schließlich ein paar ausgewählte Sticker etc. eingeklebt. Ich war sehr zufrieden mit meinem Werk. 

Am nächsten Morgen habe ich mich, wie immer, als Erstes mit Kaffee, iPad und Filofax hingesetzt. Habe den Filofax aufgeschlagen: oha - wo sind meine Todos für heute? Ich habe das D2P geholt. So hatte ich mir das gedacht: Filofax mit W1PN "on the go", das komplette D2P (verteilt auf zwei Filos) zuhause. Im W1PN habe ich keinen Platz für meine täglichen Todos von Bügeln bis Bloggen - und ich will ja auch nicht alles doppelt schreiben. Nicht schlimm, Besorgungen kommen auf den Einkaufszettel, und den Rest brauche ich unterwegs ja sowieso nicht! 

Ihr ahnt es schon, oder? Es hat nicht funktioniert. 

Alle Argumente sprechen dafür, den Wochenkalender mitzunehmen und den Tageskalender zuhause zu lassen - bis auf eines: ich hasse es. Es ist wie ein Kleidungsstück, das total praktisch ist und - auf dem Bügel - total klasse aussieht. Aber wenn du es anhast, fühlt es sich falsch an, verkleidet. Das bin ich einfach nicht. 

Ich habe es dann mit einem Kompromiss versucht: das W1PN, und dazu die aktuelle Woche (oder zwei?) vom DpP für die täglichen Todos. Was bedeutet, dass ich alles dreimal schreiben muss. Und parallel zwei Tageskalender archivieren, oder das DpP anschließend wegwerfen. 
Und wenn ich nur die aktuelle Woche vom D2P einlege, immer Sonntag bis Samstag? Hier mein Wochenkalender fürs ganze Jahr, da meine tägliche Übersicht... Machbar, aber dann brauche ich (wie auch bei der Kombination mit dem DpP) zwei Lineale. Und was ist, wenn mir ein ToDo für nächste Woche Dienstag einfällt? Ich blättere oft in meinem D2P und plane beispielsweise Blogposts oder ähnliches im Voraus. 

Ich habe es zwei, drei Tage versucht. Und dann habe ich mir (wieder einmal) eingestanden, dass es nicht funktioniert. Ich mag das W1PN - viel lieber als das W2P; ich verwende es jetzt in meinem Referenz-Filo zuhause und führe es weiterhin. Aber es taugt mir nicht für unterwegs. 

Ich bin zurück in meine Kombination von M2P plus D2P geschlüpft wie in ein bequemes Kleidungsstück. Ich habe den Rest von Mai und den kompletten Juni eingeheftet. Immer am Samstagabend archiviere ich die abgelaufene Woche. Und wenn mir abends beim Fernsehen einfällt, dass ich z. B. in der Woche vor dem Urlaub unbedingt noch dies oder das erledigen muss, dann nehme ich meinen Filo zur Hand und notiere es. Wenn ich in der Zeitung ein Zitat lese, das mir gefällt, schreibe ich es in meinen Tageskalender. 

Es fühlt sich richtig an.

Kommentare:

  1. *hargh* Dritter Versuch..... *seufz*

    Huhu Iris,

    ich kann Dich SO gut verstehen, ich habe mich jahrelang gegen D2P gewehrt, und erst recht, als ich von Buch auf Filo umgestiegen bin.... alles durch, alles irgendwie unbefriedigend - und jetzt?
    Viel Papier, viel Geschleppe (aber ich habe max. 8 Wochen dabei, und für die weitere Vorplanung einen Jahresplaner) aber: es paßt :-)
    Ich dekoriere nicht, ich benutze eine Seite für Todos+Notizen und die andere für die Tagesplanung, das ist für mich notwendig, sonst verzettel ich mich.
    Und insbesondere seitdem ich die Philophaxy-Inserts gefunden habe und das D2P so aussieht, wie ich das will, bin ich.... zufrieden :-)

    LG
    Christine

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  2. Ich habe ein Personal mit d2p für zu Hause und ein Petal Pocket mit w2p und allem, was ich unterwegs brauche - und mag es. Manchmal vermisse ich meine To-Do-Liste unterwegs - meine Handtasche ist mit dem großen Filofax einfach zu schwer, ich bekomme dann Nackenschmerzen. Manchmal etwas vermissen ist mir dann doch lieber als Schmerzen ;) Das Petal Pocket ist so wunderbar leicht und dazu so hübsch, dass ich mich immer freue, es zu verwenden - das Personal bietet dann genug Platz für meine Planungen, Scrapbooking betreibe ich nicht.
    Schade, dass es für dich nicht funktioniert hat! Aber probieren geht über studieren ... wenn man es nicht mag, hats ja keinen Zweck.

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  3. Been there! It's so hard to find the balance between what fits yours life and what fits your planner.

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