Filomaniac

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9. Juni 2015

Heureka!

Ich wollte Euch ja noch erzählen, welche "Erleuchtung" ich vergangene Woche hatte, bezüglich des W1PN (Woche auf einer Seite mit Notizen).

Für alle, die jetzt erst eingeschaltet haben: im Mai hatte ich - übrigens nicht zum ersten Mal - die fixe Idee, meine bewährte Kombination aus M2P (Monat auf zwei Seiten) plus D2P (Tag auf zwei Seiten, leider nicht mehr erhältlich) nicht länger im Alltags-Filo (der mich überallhin begleitet) mitzuschleppen, sondern zuhause zu lassen, und stattdessen unterwegs einen Wochenkalender zu verwenden - und zwar das W1PN. Glücklich geworden bin ich damit allerdings nicht, und habe das Experiment für gescheitert erklärt. (Die Einzelheiten könnt Ihr hier nachlesen. Ich warte solange.)

Damit hätte ich das Ganze eigentlich unter "Versuch macht kluch" ablegen können und zur Tages(kalender)ordnung zurückkehren, nicht wahr?

Aber ach, es ließ mir keine Ruhe. (Ihr kennt das.) Ich mag das W1PN, und ich wollte es unbedingt in meinen Alltag - und meinen Filofax - integrieren. 

Ja, und dann hatte ich letzte Woche plötzlich diesen Heureka!-Moment: der Fehler war, sozusagen, der Versuch, das W1PN quasi mit Gewalt in meinen Alltags-Filo quetschen zu wollen. Die Listen, Projekte etc. darin brauche ich unterwegs ja eigentlich nicht, und das D2P - aka Scrapbook - sowieso nicht; auch, wenn ich es mag, zum Zeitvertreib darin zu blättern. Ich halte es da wie Oscar Wilde: 
“I never travel without my diary. One should always have something sensational to read in the train.” (The Importance of Being Earnest)
Was wäre also, wenn ich besagten "Alltags-Filo" komplett zuhause lasse, und in der Handtasche nur den Wochenkalender mitnehme, plus ein paar Notizblätter und Post-Its? Ich habe das W1PN also testweise in den Sherwood gepackt - aber ein Personal (23 mm Ringdurchmesser) ist natürlich, nur für den Kalender, total überdimensioniert; da reicht ein Compact (15 mm Ringdurchmesser) locker!

Der einzige Compact, den ich besitze, ist der Pennybridge, den ich vor vier Jahren in Göteborg gekauft habe. Ich konnte damals nicht wissen, dass eine neue und hochwertigere Variante im Jahr darauf auch in Deutschland erhältlich sein würde.


Ich habe seinerzeit - wie hier geschildert - auch schon damit experimentiert, unterwegs nur den Pennybridge  mitzunehmen und den Rest zuhause zu lassen, bin aber davon wieder abgekommen; unter anderem, weil es unmöglich war, einen Stift unterzubringen und den Reissverschluss komfortabel auf- und zuzumachen. Danach habe ich ihn dann hauptsächlich für besondere Gelegenheiten - zum Beispiel Messebesuche - verwendet, oder wenn ich abends mit leichtem Gepäck reisen wollte.

Denn der Pennybridge hat ja nicht nur die Compact-Ringmechanik, er funktioniert dank des Reißverschlusses und der vielen Fächer auch als Brieftasche oder Geldbörse.


Ich habe zwar nicht vor, ihn nun im Alltag als Geldbörse zu benutzen - dafür habe ich einfach zu viele Kundenkarten, Rabattcoupons, Gutscheine etc. in meinem Portemonnaie - vom Kleingeld gar nicht zu reden!; und es würde mich nerven, beim Bäcker, beim Metzger oder an der Supermarktkasse jedesmal meinen Filofax hervorzukramen. Aber die Idee, z. B. zum Yoga oder beim abendlichen Kinobesuch statt der großen Geldbörse nur den Pennybridge mit etwas Bargeld darin mitzunehmen, fand ich reizvoll. 

Und was soll ich sagen: es funktioniert! Mein "Scrapbook-Filofax" bleibt zuhause, immer griffbereit - er enthält momentan nur das M2P, plus zwei Monate des D2P,  sowie die monatliche Todo-Liste. Alle anderen Notizen und Listen, der Blogplaner sowie das Adressverzeichnis sind umgezogen in meinen Refererenz-Filo, in dem ich z. B. auch die Infos zu den Themen Finanzen, Wohnung, Gesundheit, Katze.. aufbewahre, die Liste gelesener Bücher, die Liste meiner Filos (Kaufdatum, Modell, Referenznummer) und dergleichen. Wenn diese Infos eh zuhause bleiben, können sie auch alle in einem Filo sein, nicht wahr?

Und der Pennybridge mit W1PN begleitet mich in der Handtasche. 


Und wenn ich - an einem besonderen Tag - den Wunsch habe, mein "Scrapbook" mitzunehmen, ist das auch kein Problem, dann schnappe ich mir einfach stattdessen den "Großen". 

Ich hatte meinen Seelenfrieden wiedergefunden! Phew!


Das Ganze hatte nur einen Haken. (Es wäre ja auch zu schön gewesen.) 
Seit der Pennybridge 2012 in Deutschland erschienen ist, mit diesem leicht glänzenden, strukturierten Kunstleder, erschien mir mein skandinavisches Modell, nun ja, oll. Das matte, vinylartige Material sieht billig aus (war aber seinerzeit genauso teuer!). Ich hätte mir wahrscheinlich längst einen neuen, besseren Pennybridge gekauft - allerdings sind 50 Euro für Kunstleder doch recht viel Geld; zumal für ein Modell, das ich a) eigentlich ja schon besitze und b) in den letzen Jahren sowieso kaum verwendet habe. Um ihn einmal im Jahr zur Buchmesse mitzunehmen, tut's der olle Pennybridge auch.

Wenn ich ihn allerdings täglich benutzen will, sieht die Sache anders aus. Also habe ich - Schnäppchenjägerin, die ich bin - nach einem "jungen Gebrauchten" gesucht, und bin auch direkt fündig geworden: auf dem Filomaniac Marktplatz hatte Sarah gerade zwei Tage vorher einen eingestellt, für 25 Euro. Es gab auch schon Interessenten, doch wie sich herausstellte, war er noch da. Wir wurden schnell handelseinig, und sie war so lieb, ihn gleich am nächsten Tag, Fronleichnam, bei der Packstation einzuliefern, so dass ich ihn bereits am Samstag erhalten habe.


Nächste Woche werde ich Euch die beiden Varianten im Vergleich noch ausführlicher vorstellen.


Dass das Kunstleder des neuen Modells schöner ist, wusste ich ja bereits. Absolut entzückt war ich aber, als ich entdeckt habe, dass der neue - obwohl ebenfalls ein Compact - irgendwie geräumiger ist. Man sieht den Unterschied zwar nicht, aber der Reißverschluss geht auch mit Stift (!) in der dafür vorgesehenen Lasche locker auf und zu, und das sogar mit einem normal "dicken" Stift wie dem Lamy Safari Twin Pen. Ich schätze, der Pennybridge ist innen größer als außen - anders kann ich es mir nicht  erklären. (Scherz beiseite, ich vermute, der Reissverschluss hat die entscheidenden zwei, drei Millimeter mehr Stoff.)

Ist das nun das Happyend? Werde ich nun für den Rest meines Lebens bei diesem Setup bleiben? Unwahrscheinlich. (Es geht ja schon damit los, dass ich 2016 eine Alternative zum D2P finden muss, das nicht mehr angeboten  wird.) Aber im Moment bin ich glücklich - und mehr kann man von einem schnöden Gebrauchsgegenstand nicht erwarten, oder?

Kommentare:

  1. Hallo Iris,
    Ich schmökere sehr sehr gerne auf deinem Blog und kommentiere jetzt auch endlich mal :)
    Auf den Vergleich der beiden Pennys bin ich ganz gespannt!

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