Filomaniac

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12. November 2015

Der Richmond, den niemand wollte (außer mir)

Kennt Ihr diese Redewendung: Erst wartet man ewig, und dann kommen drei (z. B. Busse) auf einmal? Etwas Ähnliches habe ich diese Woche erlebt.

Am Montagmorgen hatte ich eine Nachricht von Anne: Sie verkleinere ihre Sammlung - ob ich an einem Richmond und/oder einem Topaz interessiert sei? Beide in Black - Anne kennt mich ja. Ich habe natürlich mal gleich Interesse angemeldet und um Fotos gebeten.

Den Topaz kenne ich  - ich hatte einen in Pale Blue, den ich wieder verkauft habe. Den Richmond habe ich dann direkt mal im FiloWiki nachgeschlagen. Er hat eine besondere Aufteilung, die Kartenfächer sind auf der rechten Seite - das kenne ich sonst nur vom Portland.

Da fiel mir ein, dass ich auf ebay einen Richmond "beobachte" - gleich mal nachschauen! Wie es der  Zufall wollte, sollte dieses Auktion Montagnachmittag enden; der Startpreis lag bei 19,90 Euro, und es hatte noch niemand darauf geboten.
Also habe ich mein Glück versucht, und habe den Richmond (den außer mir offenbar niemand wollte) tatsächlich zu diesem Preis ersteigert. Ich hatte zwar ein schlechtes Gewissen Anne gegenüber, aber ich bin sicher, sie findet einen anderen Abnehmer.

Schon am Dienstag hat die Verkäuferin das gute Stück auf den Weg gebracht; und sie hat mir sogar noch einen Teil der Versandkosten erstattet, da sie ihn - statt wie vereinbart als Päckchen - als Maxibrief versenden konnte.


Und das ist das gute Stück:



Hier noch mal ohne Blitz:



Beschrieben war er als "gebraucht"; tatsächlich hat er einige Gebrauchsspuren, die man auf den Fotos nicht hatte erkennen können - aber wenn man bedenkt, dass dieser Filo knapp 20 Jahre auf dem Buckel haben muss, hat er sich recht gut gehalten. Ringe, Verschluss, Nähte etc. sind tadellos.


Den Richmond gab es ab 1996 - hier seht ihr den Katalog von damals - in den Größen Mini, Pocket, Slimline, Personal, A5 und Deskfax und in vielen Farben: Black, Blue, Brown, Burgundy, Green, Navy und Red. Das genarbte Leder ist hart und steif, aber unwattiert, so dass er von der Haptik an ein Notizbuch mit festem Einband erinnert. Mein Exemplar lag flach, sobald ich eingezogen war. ich kann natürlich nicht beurteilen, wieviel Überredungskunst von Seiten der Vorbesitzerin dafür nötig war. Laut FiloWiki liegt der Richmond out of the box flach; Thomas schreibt allerdings auf Philofaxy, dass sein Richmond auch nach 13 Jahren noch nicht flachliegt.
Dank des festen Einbands ist er optimal geeignet für alle, die öfter ohne Unterlage - zum Beispiel im Stehen oder mit dem Filo auf dem Schoss, etwa in der Bahn - Einträge vornehmen. Der Nachteil: das Leder ist nicht sehr dehnbar; dies ist kein Modell zum "Moppeln".

Die Innenaufteilung ist, wie gesagt, speziell:


Auf der linken Seite hat der Richmond ein (Karten-)Fach mit Sichtfenster; dahinter ein Einschubfach über die gesamte Höhe und zusätzlich ein zur Seite offenes "halbhohes" Fach (es endet oberhalb des Kartenfachs) - den sogenannten multi-purpose holder. Rechts stolze acht Kartenfächer, dahinter ebenfalls ein Einschubfach; und eine sehr enge (und nicht dehnbare) lederne Stiftschlaufe.



Der Richmond wiegt leer 227 Gramm, ungefähr genauso viel also wie z. B. der Malden (218 Gramm) oder der Finsbury (223 Gramm). Laut FiloWiki hat er seinerzeit 42 £ gekostet - nach heutigem Kurs wären das etwa 60€, aber so kann man natürlich nicht rechnen. Ich nehme an, er läge etwa in der Preisklasse des Finsbury (79€).  

1 Kommentar:

  1. Der Richmond ist einer meiner Lieblingsmodelle. Zum einen eben weil er so steif ist, zum anderen weil er so schön kompakt ist (neben anderen Filos in gleicher Größe ist er nämlich ein wenig kleiner). Bin gespannt, liebe Iris, wie Du ihn so findest. Da ich ihn in rot, blau, rot-braun und schwarz (letztere Farbe gleich 2-fach) besitze, will ich mich von einem, nämlich dem doppelten schwarzen trennen. Mal schauen, wer ihn haben möchte.

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