Filomaniac

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17. Dezember 2015

Mein Setup für 2016 oder: Der Fluch der Flexibilität

Diesen Blogpost wollte ich schon vor ungefähr drei Monaten schreiben und habe ihn seitdem vor mir hergeschoben. Das Problem: immer, wenn ich Euch mein Setup vorstellen wollte - hat es sich wieder geändert.
Hm... das klingt, als würde der Filofax selbst heimlich das Setup ändern, sobald ich nicht hinschaue. Richtig ist natürlich: ich habe mein Setup geändert, manchmal mehr als einmal am Tag.

Ich hatte seit 2011 eine Kombination aus Monatskalender (M2P) und Tageskalender (DpP bzw. D2P) verwendet - jeweils den aktuellen plus ein bis zwei kommende Monate des Tageskalenders, eingeheftet zwischen die entsprechenden Seiten des Monatskalenders: So habe ich den Überblick über das ganze Jahr und zugleich die Detailansicht (Termine, Todos, Notizen).
Da ich allerdings mein DpP auch als eine Art Scrapbook verwende, indem ich Zeitungsausschnitte, Tickets usw. einklebe - und natürlich Sticker und Washi und bunte Post-Its... war ich es irgendwann leid, das Ganze immer mitzunehmen; dekoriert wird ja eh daheim. Ich habe in den vergangenen Jahren immer wieder einmal mit dem W2P experimentiert, war damit aber nie glücklich.
Im Mai hatte ich dann die Idee, es mit dem Format Woche auf einer Seite mit Notizen (W1PN) zu versuchen - darüber habe ich hier berichtet. Es hat nicht auf Anhieb funktioniert, das wäre ja auch zu schön gewesen. Im Juni hatte ich dann die Erleuchtung: der Pennybridge, bestückt mit dem W1PN plus ein paar Notizseiten, soll mein Begleiter für unterwegs werden, und das Scrapbook bleibt zuhause.

Es hat ganz toll funktioniert, sogar im Urlaub

Und dennoch: wo Licht ist, ist auch Schatten, und vielleicht habe ich auch nur zu viel Zeit, um auf dumme Gedanken zu kommen. Im letzten halben Jahr habe ich hin und her gewechselt zwischen dem "Zwei-Filos"-Modell, also der Kombination aus Pennybridge für unterwegs plus einem beliebigen Personal als Scrapbook für zuhause - und der Variante: "Alles in einem", also Wochenkalender, ein Monat DpP, Notizen, Adressen usw. in einem Personal.

Was für das "Zwei-Filos"-Modell spricht:
  • der Pennybridge ist leicht und handlich
  • er nimmt es nicht übel, in der Handtasche mit Schlüsselbund, Einkauf, Yogaklamotten usw. herumzupurzeln
  • der Reißverschluss schützt den Inhalt
  • er hat das praktische Außenfach für lose Zettel, die dann unterwegs schnell zur Hand sind
  • er taugt - z. B. auf Reisen oder beim Ausgehen - auch als Geldbörse
  • das Scrapbook bleibt sicher zuhause,  ist vor neugieren Blicken geschützt und kann nicht verloren gehen
Die Nachteile:
  • keine Auswahl: zuhause stehen 53 Personals im Regal und mopsen sich, aber ich habe nur den einen Compact
  • die 15 mm-Ringmechanik ist ausreichend für das W1PN und ein paar Blatt Notizen, aber mehr auch nicht
  • der Pennybridge liegt nicht flach
  • zuhause jongliere ich immer mit zwei Filos
  • unterwegs fehlt mir die Detailansicht des Tageskalenders, in dem ich auch Todos und Notizen habe
  • die praktische Multifithülle passt nicht rein, sie ist zu breit
  • das Kunstleder des Pennybridges ist zwar recht ansprechend, aber kein Vergleich mit echtem Leder. Ein Malden Black als Compact Zip - das wäre mein Traum!
  • in die Stiftschlaufe passt nur ein bestimmter Stift wirklich gut rein, ein sehr schmaler Kugelschreiber von Mark's Inc.



Immer dann, wenn ein neuer Filo ins Haus kommt, zuletzt also der Topaz, möchte ich mich gar nicht davon trennen, und ihn auch unterwegs immer dabei haben. Also probiere ich es wieder mit der "Alles in einem"-Variante - und siehe da: der Kalender kann aufgeschlagen liegenbleiben:


Die Stiftschlaufe (der Topaz hat sogar zwei!) erlaubt es, meinen Lieblingsstift dabei zu haben, und auch einfach, zwischen verschiedenen Stiften zu wechseln. Ich habe - auch unterwegs - alles dabei: den Tageskalender, die Adressen, die Hülle...
Und wer sagt, dass ich den ganzen (dekorierten) Kalendermonat herumschleppen muss? Ich kann jede Woche - oder wenn nötig, sogar alle zwei Tage - die "erledigten" Seiten herauszunehmen und dafür "frische" Seiten hinten anhängen, sodass ich immer vier Wochen (oder nach Bedarf auch mehr) dabei habe

Allerdings brauche ich zwei Lineale: eines fürs W1PN und ein zweites (schwarz) für den Tageskalender:


Das wichtigste Argument aber: ich kann je nach Lust und Laune einen anderen Filo meiner bescheidenen Sammlung verwenden.

Zwei Wochen habe ich nun diese Variante getestet und wollte Euch eigentlich stolz davon berichten, dass das mein Setup für 2016 sein wird. Planner peace!! Yay!

Dann habe ich am Montagabend meine Tasche fürs Yoga gepackt: Kissen, Yogapants und -socken, Geldbörse, Kleinkram (Taschentücher, Pfefferminz, Lipbalm etc.)... und dachte plötzlich: jetzt den schlanken Pennybridge dazu, das wär's!

Und ich habe alles wieder umgepackt. Ist ja keine große Sache - W1PN und ein paar Notizseiten in den Penny, M2P in den Topaz... das ist in fünf Minuten erledigt. 

Und schon war, ganz nebenbei, der Blogpostentwurf in meinem Kopf Makulatur. Und so ist es nun eben dieser Post geworden. Und ich überlege schon wieder, ob ich nicht doch...

Wird es niemals enden?

Kommentare:

  1. Dein Post hat mich etwas amüsiert. Ich kannte dieses Dilemma zu meiner Filofaxzeit selbst zu gut. Ich muss sagen, seitdem ich mich vom Filofaxing und vom Filofax an sich getrennt habe, läuft es viel besser. Ich nehme (derzeit ein Paperblanks [1W2P])meinen Kalender wirklich nur für Termine und ToDo´s. Art-Journaling (Ich fasse das unter dem Begriff mal zusammen) mache ich überhaupt nicht mehr. Für nächstes Jahr werde ich das in Angriff nehmen - aber nicht im FF. Tickets o. ä. klebe ich derzeit in mein Tagebuch mit ein. - Ebenfalls ein Paperblanks. Ich habe für mich nach vielen Jahren des probierens einfach festgestellt, das ich doch der Buchtyp (gebunden wie eben Paperblanks oder Moleskine) bin.

    Wie alles im Leben, kann sich das natürlich wieder ändern. Aber derzeit funktioniert es. Ich schaue mir aber nachwievor gerne Berichte zu FF-Erfahrungen an :)

    Lg Jana

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  2. Ich verfolge immer mit Spannung deine Setup-Änderungen! Kenne das zu gut! Da ich kein Scrapbooking oder Tagebuching mache, reicht mir 1W2S vollkommen aus. Die to do's kommen vor den Montag auf die "Die Woche"-Seite oder auf einen Extra-Zettel, wenn es zuviel ist! Aber ich vermerke mir Dinge wie "Bügeln, Putzen usw." nicht als to do, ich weiß, wann ich das machen muss!!!

    Für meine Termine, mal ne Anmerkung und wie gesagt kleinere to do's reicht mir das und nach vielem Rumprobieren bin ich nun schon seit längerem zufrieden!!!

    LG

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  3. Das Problem ist auch mir sehr gut bekannt. Ich teste in 2016 mal W1P und lege Notiz/ToDo-Listen zwischen die Seiten. Mal schauen, wie es klappt. Ich glaube, dass ich W2P seit mehr als 20 Jahren verwende. Wird bestimmt ´ne ganz schöne Umstellung.

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